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27.4.2010 von Wulf.
Es gibt Phantomgefühle, Phantomsensationen und den Phantomschmerz. Ich habe alle kennen gelernt. Mein linker Fuß war ja seit 2008 gelähmt…und ich hatte immer wieder versucht, die entsprechenden Muskeln zu bewegen. Diese Aktivierung der Nerven versuche ich jetzt auch unbewusst immer wieder einmal. Der Erfolg ist natürlich der Gleiche…es bewegt sich nichts. Ab und zu juckt meine Wade…oder die Fußsohlen. Das ist schon etwas unangenehmer, da ich nicht kratzen kann.
Beim Entfernen der unvermeidlichen Unterdruckflasche aus dem Bein, einen Tag nach der OP, dachte ich, jemand würde mir heißes Öl auf den linken Fuß kippen. Unfassbarer Schmerz. Da muss dieser Schlauch genau an oder auf dem Nerven gelegen haben. Auch jetzt noch, wenn ich diese Stelle aus Versehen berühre, löse ich einen Schmerzreiz aus. Diese Schmerzen sind unglaublich stark.
Seit drei Tagen trage ich stundenweise einen so genannten Liner; eine Art Silikonüberzieher, über dem Stumpf. Mit diesem Liner soll der Stumpf geformt und abgehärtet werden. Das Anlegen und Ausziehen ist sehr unangenehm.
Gegen die Schmerzen bekomme ich hier ausreichend Medikamente. Ich habe absolut keine Rückenschmerzen mehr…eine echte Sensation. Ich weiß, dass ich das Polamidon nicht ewig bekomme…und mir graut schon davor, wieder nur stundenweise sitzen oder liegen zu können. Ich habe ja jetzt zusätzlich das Problem, dass ich nicht eben mal eine Runde durchstrecken kann. Ich kann zur Zeit nur sitzen oder liegen.
Mit den Krücken kann ich nicht umgehen. Ich wackel einfach nur dumm in der Gegend rum. Ich fühle mich auch sehr unsicher damit. Ich liege ja seit ein paar tagen auf einem Privatversicherten Zimmer mit eigenem Klo. Da hüpfe ich lieber hin, als das ich die Krücken benutze.
Das mit dem Privatversichertenzimmer ist natürlich ein absoluter Luxus in diesem alten Krankenhaus. In den normalen kleinen Drei-Bett-Zimmern gibt es nur ein Waschbecken, kein Klo, kein TV und nur einen Radiosender (mit überwiegend Volksmusik). Jetzt liege ich in einem Zwei-Bett-Zimmer, habe ein eigenes Klo und eine Dusche…und Fernsehen und Radio am Bett. Hoffentlich kann ich das noch eine Weile genießen. In spätestens zwei Wochen beginnt meine Reha.
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